Abbruchunternehmen im Rhein-Main-Gebiet

Zwei in einem - Mit Cat Kettenbagger 340F UHD am Ball bleiben

Fahrer Jörg Frauenfelder, Unternehmer Ralf Reuss und Zeppelin Verkäufer Sascha Fischer (von links).

  23.10.2018     Baumaschinen    Abbrucharbeiten, Baumaschinen

HATTERSHEIM (SR). Einst wurde in Hattersheim Wellpappe produziert, doch von der Fabrik samt Büros ist in ihrer ursprünglichen Form nichts mehr zu sehen. Die Firmen Interhomes und Kleespieß wollen dort Eigentumswohnungen sowie Reihenhäuser errichten. Noch türmt sich auf dem 40 000 Quadratmeter großen Areal ein Berg von rund 15 000 Kubikmetern Recyclingmaterial. Da haben die Baumaschinen ganze Arbeit geleistet, die dafür das Unternehmen Reuss Erdbau-Abbruch und Baudienstleistung GmbH einsetzte – darunter federführend einen Cat Kettenbagger 340F UHD.

Mehr als 200 000 Kubikmeter umbauter Raum machte die Bausubstanz aus. Von der Entkernung über die Schadstoffsanierung in Form von Asbest, KMF und teerhaltiger Pappe bis hin zur Demontage, dem Abriss und der Entsorgung fielen viele Arbeitsschritte an. Dem Cat 340F UHD zur Seite standen Kettenbagger wie ein Cat 336FLN, zwei Cat 330FLN und ein Cat 326FLN sowie ein Cat Radlader 950M, die den oberflächlichen Rückbau samt Ausbau der Bodenplatte bis hin zu den Fundamenten übernahmen und die Aufbereitung in die Wege leiteten. Auch 40 Kubikmeter große Tankanlagen galt es auszubauen. Bis zu 19 Meter hoch war der Bürokomplex aus Backstein und Stahlbeton.

Alte Industrieanlagen mit Bauhöhen wie diesen findet das Abbruchunternehmen im Rhein-Main-Gebiet immer wieder vor, wenn Bestandsgrundstücke revitalisiert werden sollen. Dann sind Baumaschinen mit entsprechender Reichweite nötig, wie sie der Cat 340F UHD dank seines 7,10 Meter langen und gekröpften Stiels aufweist. Die Abbruchmaschine erreicht bis zu 21,7 Meter Löffelbolzenhöhe und kann bei einer horizontalen Reichweite von 14 Metern Lasten von bis zu 3,6 Tonnen bewältigen. „Auftraggeber setzen Maschinen mit hohen Reichweiten voraus. Es war an der Zeit, den Maschinenpark zu modernisieren“, macht Ralf Reuss deutlich. Der Geschäftsführer begründet seine Entscheidung auch mit gesetzlichen Änderungen und will dann nicht auf Mietgeräte zurückgreifen, sondern auf eigenes Equipment. „Als Unternehmen muss man am Ball bleiben und es darf kein Investitionsstau aufkommen. Anforderungen ändern sich permanent. Eine Firma wächst mit den Aufträgen und somit werden auch die Maschinen immer größer, um diese ausführen zu können“, erklärt er. Das führte dazu, dass neben dem Cat 340F UHD auch in einen Cat Kettenbagger 336FLN sowie in einen Hydraulikhammer H180Es und zwei Sortiergreifer G330-D für den Abbruch investiert wurde. Da Reuss darüber hinaus im Tiefbau tätig ist, wurde für diesen ein Kurzheckmobilbagger M315F angeschafft und der neugründete Bereich Kampfmittelbergung mit einem Kurzheckbagger 311F LRR bestückt. Bei dem Unternehmer kommt der Maschinenpark regelmäßig auf den Prüfstand. „Die Geräte dürfen nicht überdimensioniert oder zu klein sein, sondern müssen den Anforderungen entsprechen“, so Reuss.

2010 machte er sich selbstständig – heute beschäftigt er 35 Mitarbeiter. „Anfangs hatten wir Unterstützung von Zeppelin und gerade in den ersten Jahren musste der Maschinenpark immer wieder angepasst werden. Dabei kristallisierte sich die Stärke von Cat und Zeppelin heraus: Es ist unkompliziert, Maschinen zu tauschen. Nicht zuletzt erzielen wir als Abbruchunternehmen im Rhein-Main-Gebiet damit gute Wiederverkaufswerte. Die Abwicklung passt auch. Wenn ein gutes Angebot kommt und die Rahmenbedingungen stimmen, gibt es keinen Grund davon abzukommen. Daher bleiben wir weiterhin unserer Linie treu“, meint Ralf Reuss. Sein Ansprechpartner ist Sascha Fischer von der Niederlassung Hanau. Um sich ein gewisses Maß an Flexibilität zu erhalten, wurde für den neuen Abbruchbagger auch die Erdbauauslegervariante gewählt. So kann der Bagger den Aushub von Fundamenten gleich mit übernehmen. „Wir haben somit zwei Geräte in einem“, so Reuss. Der Ausleger lässt sich schnell und einfach umrüsten. Dabei verkürzt das neue hydraulisch verriegelte Verbindungssystem die Rüstzeit. Sie beträgt laut Fahrer Jörg Frauenfelder bis zu eineinhalb Stunden: „Es dauert eben, alle Hydraulikleitungen abzukuppeln, neu anzuschließen und den Wasserschlauch zu verlegen.“ Echle Hartstahl hat die Baumaschine im Auftrag von Zeppelin weiter modifiziert und brachte an dem Bagger noch eine Sprühanlage zur Staubeindämmung an. Die Sprüheinrichtung lässt sich bei Bedarf auch zur Reinigung der Baumaschine nutzen. „Wir haben somit quasi gleich unseren Kärcher mit dabei“, so der Fahrer. Mit 70 bar Druck wird das Wasser durchgepumpt. Über einen Schalter in der Kabine kann der Maschinist den Wasserstrahl zu- oder abschalten. Echle Hartstahl rüstete auch ein Kamerasystem zur Überwachung des Werkzeugs nach. Zusätzliche LED-Beleuchtung am Ausleger, Kontergewicht sowie Fahrerhaus war eine weitere Anforderung, die Zeppelin umsetzen musste – revitadamit sollen Arbeitsplatz und –umfeld hell ausgeleuchtet werden. Reißlöffel, Tieflöffel, Sieblöffel, Schere, Pulverisierer, Hydraulikhammer und Anbaufräse markieren die Bandbreite an Anbaugeräten, die genutzt werden, um eine Papierfabrik bis auf die Fundamente zu zerlegen. Um möglichst schnell Werkzeug wechseln zu können, wurde die Baumaschine mit einem hydraulischen Schnellwechselsystem OilQuick OQ 80 ausgerüstet. Außerdem erhielt sie auch auf Kundenwunsch hin ein absetzbares Kontergewicht, was ihr ein Transportgewicht von knapp 33 Tonnen ermöglicht. Das 8,7 Tonnen schwere Kontergewicht lässt sich per Fernbedienung absetzen. Der Unterwagen ist mit Spurverstellung verfügbar. So lässt sich das Gerät für Transporte entsprechend auf eine Breite von drei Meter komprimieren. „Bei den Transporten wollen wir flexibel sein, um uns da alle Optionen offenzuhalten“, so Reuss.

Fahrer Jörg Frauenfelder, vom Abbruchunternehmen im Rhein-Main-Gebiet, hat schon früher einmal einen Longfrontbagger bedient. In der neuen kippbaren Fahrerkabine zu sitzen, empfindet er als komfortabel. Es entlastet seine Nackenmuskulatur und trägt zum entspannten Arbeitsmodus bei. Über einen extra Druckluftfilter in der Kabine soll die Luft von Partikeln gereinigt werden. Zum besseren Zustieg in die Kabine wurde auch ein extra Trittbrett angebracht, was Halt und Sicherheit bieten soll. Daher wurde auch nicht lange gefackelt, dem Wunsch des Fahrers nachzukommen. Dazu der Firmenchef: „Wir haben ein sehr gutes Betriebsklima. Ein angenehmes Arbeitsumfeld ist heute sehr wichtig.“

(Quelle: Baublatt Nr. 400 September/Oktober 2018)

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